Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen leben ausschließlich an Dryas octopetala (Silberwurz, Rosaceae). Angebliche Beobachtungen an anderen Gattungen (Potentilla) beruhen auf Verwechslungen.
Lebensraumansprüche:
Pyrgus andromedae besiedelt Weiden, Steinrasen und Schutthänge der alpinen Stufe ab etwa 1700 m NN aufwärts. Das Larvalhabitat liegt an Süd- und noch besonnten Nordhängen oft in der Formation des Caricetum firmae (sehr niedrigwüchsige Polsterseggenrasen) mit viel Dryas octopetala. In feuchterem Gelände werden Dryas-Polster auf erhöhten Felsen etc. belegt.
Entwicklungszyklus:
Die Entwicklung ist zweijährig wie bei P. cacaliae. Die erste Überwinterung erfolgt als L1 oder L2 (sehr selten in den tiefsten und wärmsten Lagen auch als L3, so im Herbst 2009 auf 1700 m NN im Motafon beobachtet), die zweite dann als Puppe. Eine dritte Überwinterung scheint hier jedoch kaum vorzukommen. Die Falter erscheinen stellenweise nur in ungeraden Jahren, an anderen Fundorten sind sie dann zumindest häufiger. Durch die Puppenüberwinterung kann Pyrgus andromedae sehr früh erscheinen. Im heißen Frühjahr 2007 fanden sich am 29. April (!) bereits 4 Männchen sowie einige P. malvoides in 1700 - 1800 m NN im Montafon, während am Nordhang noch reichlich Schnee lag.
Die gewöhnliche Flugzeit liegt aber zwischen Ende Mai und Anfang August mit Maximum Ende Juni und im Juli. Falterfunde nach dem 10. August sind eher selten.
Die Raupen sind nach der ersten Überwinterung meist im Juli oder August ausgewachsen.
Gefährdung: In Mitteleuropa nur lokal und/oder reliktär vorkommend bzw. auf Sonderstandorte limitiert
Gefährdungsursachen:
In den Alpen ist Pyrgus andromedae noch wenig bedroht und weit verbreitet, wenn auch punktuelle Einbußen durch den Skitourismus und andere Aktivitäten zu verzeichnen sind.
Bemerkungen:
Diese boreo-alpine Art war in ihrer Ökologie lange unbekannt. Noch der Schweizerische Bund für Naturschutz verwechselte die Präimaginalstadien komplett mit P. cacaliae (Band 2). Die Raupe zeichnet sich neben der von Pyrgus warrenensis unter den mitteleuropäischen Pyrgus-Arten dadurch aus, dass sie auch im letzten Stadium ein gut ausgebildetes schwarzes Analschild aufweist. Bei anderen Arten ist dieses zumindest im letzten Stadium weitgehend zurückgebildet.
Pyrgus andromedae kommt in boreoalpiner Verbreitung vor allem in den Alpen vor, daneben auch lokal in den Pyrenäen und einigen Bergen des westlichen Balkans. Schließlich ist sie im Norden Skandinaviens zu finden.
Der Falter findet sich auch in den Bayerischen Alpen, jedoch nicht auf den Randbergen wie etwa Grünten oder Nagelfluhkette. Verbreitet ist diese Art hingegen etwa im Daumenmassiv im Allgäu oder in den südlich von Oberstdorf gelegenen Bergen.
Hinweise zur Bestimmung:
Die Bestimmung ist für erfahrene Lepidopterologen auch im Freiland und anhand guter Photos kein Problem, wenn man die Kombination aus eher großen weißen Flecken auf der Vorderflügeloberseite, dem oft typisch ausgebildeten weißen Zickzackmuster auf der Hinterflügeloberseite und vor allem dem weißen Ausrufungszeichen auf grauschwarzem Grund am unteren Rand der Hinterflügelunterseite beachtet.