Raupennahrungspflanzen:
Corydalis-Arten wie besonders Corydalis cava und C. intermedia.
Lebensraumansprüche:
Parnassius mnemosyne besiedelt Waldlückensysteme, Waldwiesen, feuchte Waldränder. Sie braucht zur Flugzeit ungemähte, blumenreiche Wiesen in Kontakt zu lichten Waldrändern mit Corydalis-Beständen. In den Alpen kommt sie auch auf buckligen Weiden mit Steinhaufen, Felsbrocken oder zwischen lichten Latschenbeständen vor, so im Rätikon bis über 1800 m NN. Hier wächst die dortige Raupennährpflanze Corydalis intermedia besonders im Saum zu Felsen und Steinhaufen. Im Allgäu (Nagelfluhkette) beobachte ich Raupen seit über 20 Jahren (1988- 2009) in etwa 1500 m NN unter einer einzelnen Baumgruppe in einem Waldlückensystem mit Hochstaudenflur an Corydalis cava. Dort kommen auch Boloria thore, B. titania und Polyommatus eumedon vor.
Entwicklungszyklus:
Parnassius mnemosyne überwintert als Raupe im Ei und weist eine schnelle Entwicklung mit nur drei Häutungen auf, da der Frühlings-Geophyt Corydalis bald vertrocknet. Die Falter fliegen von Mai bis Juli (im Gebirge). Am griechischen Olymp traten 2010 frische Männchen in 2500m NN zusammen mit Erebia medusa in 2500m NN auf.
Gefährdung: vom Aussterben bedroht
Gefährdungsursachen:
Außerhalb der höheren Lagen der Alpen ist Parnassius mnemosyne vom Aussterben bedroht durch intensive Wiesennutzung, Entwässerung und Verdichtung der Waldrandstrukturen (dichte Aufforstung, strikte Waldränder ohne Abstufungen). Auch in den Alpen ist der Falter durch Wald/Weide-Trennung und menschliche Aktivitäten aller Art bedroht. Häufiger kommt er beispielsweise noch in den Südwestalpen (Seealpen) vor.
Bemerkungen:
Parnassius mnemosyne ist leicht mit dem Baum-Weißling Aporia crataegi zu verwechseln.
Die Verbreitung erstreckt sich von den Pyrenäen lokal über die europäischen Gebirge und Skandinavien bis zum Tien Shan. In Mitteleuropa nördlich der Alpen hat Parnassius mnemosyne jedoch mit Ausnahme weniger Stellen (mittlere und westliche Schwäbische Alb) nur mehr nostalgischen Erinnerungscharakter.