Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen leben an Rhamnus-Arten: Rhamnus crenulata in trockeneren Gebieten (etwa Valle Hermoso auf La Gomera) und Rhamnus glandulosa in und um die Lorbeerwälder.
Lebensraumansprüche:
Gonepteryx cleobule besiedelt vor allem die Lorbeerwälder, weniger häufig auch Buschzonen, Wacholderhänge und andere Standorte der Raupennahrungspflanzen im Norden der jeweiligen Inseln. Auf La Gomera fand ich Falter und Eier beispielsweise im Dezember 2011 im Valle Hermoso in etwa 500 bis 800m NN an Rhamnus crenulata am Rande buschiger, eher trockener Wacholderhänge.
Entwicklungszyklus:
Gonepteryx cleobule ist als Falter ganzjährig nachzuweisen. Zumindest in den kühlfeuchteren Lorbeerwaldregionen scheinen die meisten Falter im Winter nur wenig aktiv zu sein. Eier und Raupen können von Dezember bis Mai gefunden werden (vielleicht auch später noch). Zumindest in wärmeren Lagen weist Gonepteryx cleobule möglicherweise zwei Generationen auf, was noch besser untersucht werden muss. Die Eiablage erfolgt nach eigenen Beobachtungen zumeist auf die Blattunterseite.
Gefährdungsursachen:
Gonepteryx cleobule ist stark gefährdet, da der Lorbeerwald als Hauptlebensraum bis auf wenige Relikte zerstört wurde und auch angrenzende, trockenere Habitate von Waldbränden, Zersiedelung und Tourismus berührt werden können.
Bemerkungen:
Gonepteryx cleobule ist ein Endemit der Kanarischen Inseln und besiedelt den Norden von La Palma, Teneriffa und La Gomera. Auf letzterer Insel ist der Falter heute noch am häufigsten.
Gonepteryx cleobule ist sehr nahe mit Gonepteryx cleopatra verwandt und wurde oft als Unterart dieser klassifiziert. Neuere Untersuchungen gehen jedoch vom Artstatus aus. Die gelegentlich vorgenommene Zersplitterung der drei Inselpopulationen als jeweils eigene Arten lehne ich hingegen als völlig überzogen ab.