Raupennahrungspflanzen:
Die Raupe lebt an Distel-Arten. In Deutschland wird sie offenbar vor allem an Carlina vulgaris gefunden, in den südlichen Alpen und anderswo mehr an Cirsium eriophorum und Onopordum acanthinum sowie weiteren Cirsium- und Carduus-Arten.
Lebensraumansprüche:
Jordanita subsolana besiedelt trockenwarme bis leicht hygrophile Magerweiden und ähnliche Habitate mit Beständen der Nahrungspflanze. In der Provence fand ich zahlreiche Raupen auf einer erst vor einigen Jahren aufgeschotterten Fläche an einem Weg durch einen artenreichen Trockenwald mit Magerrasen an Cirsium eriophorum (Massif de la Sainte Baume). In Nordgriechenland werden auch feuchtere Standorte besiedelt, wie Raupenfunde an einem Grabenrand bei Grevena zeigen. In den Südalpen wie auch den Gebirgen der Balkanhalbinsel ist Jordanita subsolana oft häufig in Distelbeständen auf Weiden, Schotter, in kleinen feuchten Tälchen und Ruderalflächen.
Entwicklungszyklus:
Die Raupen überwintern oft als L4 (sicher teilweise auch zweimal) in einem leichten Kokon aus Pflanzenhaaren und Spinnfäden meist an der oberirdisch absterbenden Pflanze oder deren Basis und sind im Mai oder Juni ausgewachsen. Die Verpuppung findet dann in Kokons oft an der Basisi der Nahrungspflanzen in der Streu oder im Boden statt. Die Mitte Mai 2007 (siehe oben) in der Provence gefundenen Raupen waren zumeist im vorletzten und letzten Stadium und lebten in 5cm bis 0,5m Höhe etwa ein bis zwei Zentimeter eingebohrt in Triebspitzen und Blattachseln der Nahrungspflanze, wo sie insbesondere das Mark verzehrten. Anfang April wurden wiederholt frisch überwinterte Raupen auf 1700-1800 m in Nordgriechenland an den austreibenden Blattrosetten von Cirsium eriophorum gefunden, wo sie an den jüngsten Blättern fraßen ohne sich in Minen aufzuhalten. Größere Raupen bohren sich dann mehr oder weniger in die Triebspitze des sich dann entwickelnden Blütentriebs ein. Der Falter fliegt von Ende Juni bis Juli, in tiefen Lagen Südeuropas bereits ab Mitte Mai (oder gar noch etwas früher), im Norden und in Hochlagen noch Anfang August. Die Eier werden einzeln oder in Gruppen an Stängel und Blätter abgelegt, wo sie meistens gut in der Pflanzenwolle versteckt sind.
Gefährdung: stark gefährdet
Gefährdungsursachen:
In Mitteleuropa ist Jordanita subsolana durch Lebensraumverlust auf wenige Inseln zurückgedrängt. Jordanita subsolana fehlt aber weiten Gebieten auch schon immer, etwa Baden-Württemberg. In den Gebirgen (Südalpen, Balkan etc.) und Teilen Südeuropas ist Jordanita subsolana hingegen weniger oder noch nicht gefährdet.
Bemerkungen:
Jordanita subsolana ist in der südlichen Hälfte Europas von Spanien bis zum Schwarzen Meer und weiter nach Westasien (Türkei etc.) verbreitet. Die Nordgrenze verläuft durch Mitteldeutschland.