Details zur ausgewählten Art
Carcharodus lavatherae (Felssteppen-Ziest-Dickkopf)

Carcharodus lavatherae: Weibchen Carcharodus lavatherae: Unterseite Carcharodus lavatherae: Männchen Carcharodus lavatherae: Falter (Nord-Griechenland, Falakron) Carcharodus lavatherae: Ei Carcharodus lavatherae: Ei im Kelch Carcharodus lavatherae: Ei Carcharodus lavatherae: schlüpfende Raupe Carcharodus lavatherae: L1 Carcharodus lavatherae: Gehäuse einer L2-Raupe Carcharodus lavatherae: Raupe im vorletzten Stadium (bei der letzten Häutung) Carcharodus lavatherae: Raupe kurz nach der letzten Häutung Carcharodus lavatherae: Raupe im letzten Stadium Carcharodus lavatherae: Raupe im letzten Stadium Carcharodus lavatherae: Puppe Carcharodus lavatherae: belegte Pflanze von Stachys recta Carcharodus lavatherae: Habitat im Wallis, S. recta mit Eiraupen am rechten Bildrand Carcharodus lavatherae: Habitat im Wallis im April (Raupen meist im vorletzten Stadium)

Raupennahrungspflanzen:
In Mitteleuropa leben die Raupen an Stachys recta, in Südosteuropa wohl aber teilweise an anderen Stachys-Arten.

Lebensraumansprüche:
Carcharodus lavatherae besiedelt Felshänge und Steppenheiden. In Deutschland kommt sie als Wärmezeitrelikt nur im Mittelrheintal vor.

Entwicklungszyklus:
Carcharodus lavatherae bildet eine Generation von Mai bis Juli aus. In der Valle die Susa fand ich Falter in der zweiten Maihälfte 2002 und in Nordgriechenland Mitte Juli 2006 (Falakron). Im Wallis beobachtete ich Anfang Juli 2008 Falter, Eier und Jungraupen. Die Eier werden an eben abgeblühte Blütentriebabschnitte an oder in die Kelche abgelegt. Sie entsprechen morphologisch weitgehend denen von C. baeticus, sind ber etwas langgestreckter und werden - sicher vom ursprünglich bei Carcharodus typischem stehenden Typ sekundär abgeleitet - seitlich angeheftet (liegender Typ). Die Raupe lebt zunächst an den sich entwickelnden Samen und spinnt die Kelchöffnung locker zu. Sie überwintert meist als L3 und ist im Mai ausgewachsen. Sie lebt dann bodennah in einem Gehäuse aus Blättern. Raupen fand ich im April und Mai in der Valle di Susa und im Wallis an Felsen an schütter über dem nackten Fels stockenden Ziest-Pflanzen (Stachys recta).

Gefährdung: In Mitteleuropa nur lokal und/oder reliktär vorkommend bzw. auf Sonderstandorte limitiert

Gefährdungsursachen:
In Mitteleuropa ist der Falter akut vom Aussterben bedroht. Früher wurden wohl viele Lebensräume zu Weinbergen umgewandelt, heute verbuschen die Restlebensräume. Im Südwestalpenraum ist Carcharodus lavatherae noch etwas weniger bedroht.

Bemerkungen:
Carcharodus lavatherae weist im Gegensatz zu allen anderen Arten der Gattung Eier vom liegenden Typ auf (siehe oben).
Die Verbreitung erstreckt sich von Nordwestafrika über Südeuropa und den Südalpenraum bis zum Ural. Das reliktäre Vorkommen am Mittelrhein wurde oben bereits erwähnt.


Carcharodus alceae | Carcharodus baeticus | Carcharodus flocciferus | Carcharodus orientalis