Raupennahrungspflanzen:
Die Eiablage erfolgt ausschlie�lich an strauchartig wachsenden Rosaceae. Hierbei werden niedrigw�chsige Pflanzen in xerothermer Lage deutlich bevorzugt. Ich fand Eier und Jungraupen im Askion-Gebirge in Nordgriechenland Ende Mai 2010 ausschlie�lich an der Birne Pyrus spinosa. Daneben werden offenbar auch Prunus-Arten wie Prunus cocomilia (nach Lafranchis 2003) oder wahrscheinlich auch Prunus spinosa (wird in der Zucht problemlos angenommen) genutzt. M�glicherweise kommen noch weitere Arten hinzu (Crataegus?).
Lebensraumansprüche:
Erynnis marloyi besiedelt gro�fl�chige, xerotherme, offene bis mindestens halboffene Weidelandschaften bevorzugt in den Gebirgen an steinigen H�ngen. Im Falle des Askion handelt es sich dabei um sehr karge, nur vereinzelt von Eichenw�ldern aber mehrheitlich von strauchreichen Trockenrasen bestandene, kontinentale Weidegebiete.
Entwicklungszyklus:
Erynnis marloyi fliegt von Ende M�rz bis Anfang Juni. Die Raupen k�nnen von Mai bis Juli gefunden werden. In vielen Gebieten kommt es zur Ausbildung einer partiellen zweiten Generation im Juli und August, die in den n�rdlicheren Gegenden (etwa Askion) oft nur einen sehr geringen Teil der Population umfasst, aber etwa in S�dgriechenland auch regelm��ig zu beobachten ist. Die von dieser partiellen zweiten Generation abstammenden Raupen d�rften von August bis in den Oktober zu finden sein.
Die Eier werden nach eigenen Beobachtungen zwischen 5 und 50 Zentimeter �ber dem Boden ausschlie�lich an �ste oder St�mmchen abgelegt und nicht an Bl�tter. Die Ablagepflanzen stehen meist einzeln in steinigen B�schungen, auf fels oder an sonstigen warmen Stellen.
Die Falter treten meist in geringer Dichte auf, sind sehr unstet und meist schwer zu beobachten, so dass die Ei- und Raupensuche zum Artnachweis viel besser geeignet ist. Die Falter zeigen Hill-Topping (Lafranchis 2003) zur Geschlechterfindung und sind deshalb auf Kuppen und Gipfeln manchmal etwas leichter nachweisbar.
Die Raupen leben in Geh�usen aus zusammengesponnenen Bl�ttern an der Pflanze. Die Verpuppung findet aber wohl in einem Geh�use in Bodenn�he statt. Obwohl direkte Beobachtungen zum �berwinterungsstadium noch ausstehen, gehe ich von einer �berwinterung der ausgewachsenen Raupe aus, die sich im Fr�hjahr dann �hnlich Erynnis tages gleich verpuppt. Nicht ganz ausszuschlie�en aber auch weniger wahrscheinlich ist derzeit auch die M�glichkeit einer �berwinterung im Puppenstadium.
Gefährdungsursachen:
Erynnis marloyi wird lokal durch Infrastrukturma�nahmen gef�hrdet. Zudem w�re eine langfristige Verdr�ngung bei einem R�ckgang der Beweidung seiner Habitate mit nachfolgender Sukzession denkbar. Die derzeit noch zu beobachtende �berweidung mancher Fl�chen scheint der Art hingegen keine Probleme zu bereiten, da die stacheligen und verholzten Eiablagepflanzen davon nur wenig tangiert werden.
Bemerkungen:
Erynnis marloyi ist in Europa nur auf der s�dlichen Balkan-Halbinsel und einigen Inseln der �stlichen �g�is verbreitet. Nachweise sind bekannt von Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Griechenland. Nur in Griechenland tritt der Falter dabei stellenweise h�ufiger auf, etwa auf dem Peloponnes. In der �g�is tritt Erynnis marloyi etwa auf Samos, Chios und Lesbos auf. Auch im Nordwesten Griechenlands (Insel Korfu) ist der Falter nachgewiesen worden.
Au�erhalb Europas findet sich Erynnis marloyi von der T�rkei �ber den Nahen (Syrien, N-Libanon) und Mittleren Osten (Iran) bis nach Pakistan. Im Norden erreicht der Falter die Ukraine.