Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen leben an Centaurea-Arten, besonders Centaurea ornata, aber z.B. auch Arten der C. paniculata- und C. scabiosa-Gruppe, erstere am Mont Ventoux und in der Sierra de Gredos, letztere in Form von einem Raupenfund bei Moscardon. In Andalusien auch an Centaurea castellanoides (Fund bei Santiago de la Espada). Zudem besteht der Verdacht auf Cirsium-Arten (Raupenfund mit typischer Färbung aber ohne Imagoerzielung bei Moscardon).
Lebensraumansprüche:
Jordanita hispanica besiedelt meist extensiv beweidete Magerrasen, steinige Hänge, blütenreiche, trockenwarme Säume, jeweils oft in Waldkontext, vor allem in mittleren Höhenlagen (meistens zwischen 700 und 1600m, aber auch tiefer).
Entwicklungszyklus:
Die Raupen überwintern. Ich fand bereits ausgewachsene Raupen in Zentralspanien (Provinz Teruel) Anfang April 2024 und zur Monatswende März/April 2025 (auch wenige im noch vorletzten Stadium). Die Raupen verrieten sich an den fein zerteilten Grundbättern von C. ornata und noch leichter an Centaurea scabiosa subsp. cephalariifolia teilweise durch den Platzminenfraß. Teils war aber auch keine Spur erkennbar, weil die Raupen sich in das Herz eingefressen hatten. Sie ruhten dann teilweise unter der Pflanze. Die Verpuppung erfolgt in einem zweischichtigen Kokon in oder zumindest an der Erde. Die Falter fliegen besonders zwischen Mai und Juli. Die Eiablage erfolgt oft einzeln an Blütenstängel. Die Raupen legen dann vor allem in tiefen Lagen in unterschiedlichen Stadien eine Ästivation zwischen etwa Ende Juli und September ein, fressen danach wieder und überwintern meist im vorletzten oder auch drittletzten Stadium (letzteres vor allem in höheren Lagen). Sobald im Februar oder März die Temperatur ansteigt sind sie wieder fressaktiv.
Bemerkungen:
Jordanita hispanica kommt von Spanien und Ostportugal bis Südfrankreich vor. In einigen Regionen Spaniens ist sie noch nicht allzu selten (insbesondere in der Mitte und im Nordosten), in Südfrankreich hingegen nur sehr lokal. Vor allem in Südspanien ist eine weitere, ähnliche Art (J. vartianae) verbreitet. Da überall auch J. notata sehr häufig ist (außer in Südspanien teils auch J. globulariae), ist trotz des sehr leuchtenden Erscheinungsbildes vor allem (aber nicht nur) bei Weibchen eine Genitaluntersuchung notwendig.
Gefährdungsfaktoren sind der allgemeine Landverbrauch, zu intensive Landwirtschaft, besonders zu intensive Beweidung oder gar Umbruch. Aber auch Aufgabe der Beweidung und Verbuschung kann zum Problem werden, ebenso gezielte, dichte Aufforstung. Der Klimawandel mag einige, insbesondere tief gelegene Standorte zu heiß und trocken werden lassen.