Raupennahrungspflanzen:
Eiche (Quercus robur, Q. pubescens und Q. petraea), nur junge Büsche. In Südeuropa werden auch andere Eichenarten wie Quercus coccifera genutzt.
Lebensraumansprüche:
Satyrium ilicis besiedelt lichte, warme Wälder, Lichtungen, Kahlschläge, Waldränder, Windwurfflächen oder gehölzreiche Hänge. Im Mittelmeerraum werden auch Macchie, lichte Flaumeichenwälder, Kermeseichengestrüpp und ähnliche Standorte genutzt. Sehr häufig ist der Falter etwa noch in Nordgriechenland, wo er im Juli einer der zahlreichsten Falter sein kann (Olymp, Falakron, Prespa-Seen).
Entwicklungszyklus:
Eiüberwinterer. Die Raupe schlüpft Ende März oder im April und lebt an den austreibenden Knospen und später am frischen Laub. Erwachsene Raupen werden von Mitte Mai bis Anfang Juni beobachtet, die Falter dann im Juni/Juli. Die Raupe lebt meistens an kleinen Eichenbüschen von unter 1-2 m, meist um 0,5 m Höhe. Die Eiablage findet zumeist sehr bodennah in wenigen Zentimeter Höhe über der Erde am Stämmchen des Jungbäumchens statt, kaum jedoch wie etwa von Weidemann (1995) beschrieben, an dünnen, aus dem Busch herausragenden Trieben. Durch die Eisuche ist Satyrium ilicis im Allgemeinen sehr leicht und ganzjährig nachweisbar, da die Eier auch nach dem Schlupf der Raupen noch lange am Stämmchen haften.
Gefährdung: vom Aussterben bedroht
Gefährdungsursachen:
Nördlich der Alpen ist Satyrium ilicis stark bedroht und aussterbend aufgrund von Veränderungen in der Waldstruktur. Ursächlich sind Dunkelwaldwirtschaft, Aufgabe von traditionellen Waldnutzungsformen (Waldweide, Mittel- und Niederwaldwirtschaft) sowie die in den letzten Jahren katastrophale Ausmaße annehmende Eutrophierung und Uniformisierung der Landschaft. Zudem wirkt sich der angeblich naturnahe Waldbau unter Forderung auf Verzicht von Kahlschlägen und nur Entnahme von Einzelbäumen katastrophal auf die für eigentlich ursprüngliche Wälder typische Lichtwaldfauna und -flora (die besonnte Binnenwaldstandorte brauchen) aus. Ehemals (vor dem Menschen) sorgten Hochwasserdynamik, Biber und Großherbivoren (Wildrinder etc.) für günstige Strukturen. In früheren Jahrhunderten übernahm der Mensch durch oben genannte Nutzungsformen die Biotoppflege. Heute dominieren im sauberen deutschen Wald jedoch oft langweilige, uniforme und eher artenarme Hochwälder!
In Südeuropa ist Satyrium ilicis noch weniger bedroht und etwa in Griechenland sehr häufig.
Bemerkungen:
Satyrium ilicis kommt in Deutschland fast nur noch in "Freilandmuseen traditioneller Waldbewirtschaftung" wie Teilen des Steigerwaldes häufiger vor und dürfte in absehbarer Zukunft der erste heimische Zipfelfalter sein, der bei uns völlig ausstirbt. In den 90er Jahren boten die Orkane mit ihren Windwurfflächen nochmals stellenweise bessere Bedingungen, doch heute wachsen diese bereits zu und etwaige neue Stürme kommen bald zu spät. Darüber können auch einzelne Neunachweise durch erhöhte Bearbeiteraktivität wie auf der östlichen Schwäbischen Alb (wo ich Satyrium ilicis 2007 an etwa einem Dutzend Standorte nachweisen konnte) nicht hinwegtäuschen.