Satyrium ilicis (Esper, 1779) (Kleiner Eichen-Zipfelfalter)


Satyrium ilicis: Falter (Ostalb) [N] Satyrium ilicis: Falter (Ostalb) Satyrium ilicis: Weibchen-Unterseite (Ostalb) [N] Satyrium ilicis: Von Krabbenspinne erbeuteter Falter (Nordgriechenland) [N] Satyrium ilicis: Falter (Olymp, N-Griechenland, 1000m NN, Ende Juni 2013) [N] Satyrium ilicis: Balz (Olymp, Ende Juni 2013) [N] Satyrium ilicis: Falter (Olymp, N-Griechenland, 1000m NN, Ende Juni 2013) [N] Satyrium ilicis: Falter (Nordgriechenland, Askion-Gebirge bei Siatista, Ende Juni 2013) [N] Satyrium ilicis: Falter [N] Satyrium ilicis: Falter (Griechenland) [N] Satyrium ilicis: Falter (Westpyrenäen, Juli 2010) [N] Satyrium ilicis: Falter (Provence) [S] Satyrium ilicis: Weibchen (Samos, Mai 2014) [N] Satyrium ilicis: Männchen (Samos, Mai 2014) [N] Satyrium ilicis: Kopula (Samos, Mai 2014) [N] Satyrium ilicis: Falter in Spinennnetz (Nordgriechenland, Ende Juni 2013) [N] Satyrium ilicis: Ei (Ostalb) [N] Satyrium ilicis: Ei, nur wenige Zentimeter über dem Boden an dünnem Eichenstämmchen [N] Satyrium ilicis: Ei an einer Stämmchenbasis [N] Satyrium ilicis: Ei an einem Ast abgelegt (in 1m Höhe), was nur sehr selten vorkommt [N] Satyrium ilicis: Ei im Winter (veralgt, Ostalb) [N] Satyrium ilicis: Ei [N] Satyrium ilicis: Geschlüpftes Ei aus dem Vorjahr (Ostalb, November 2009). Solche Eier sind noch 1 bis 3 Jahre nach dem Schlupf zu finden! [N] Satyrium ilicis: Jungraupe [S] Satyrium ilicis: Halberwachsene Raupe [M] Satyrium ilicis: Jungraupe (Ostalb) [M] Satyrium ilicis: Halbwüchsige Raupe (Ostalb) [M] Satyrium ilicis: Halbwüchsige Raupe (Ostalb) [S] Satyrium ilicis: Raupe [M] Satyrium ilicis: Raupe (Ostalb) [M] Satyrium ilicis: Raupe, oft von Ameisen begleitet (Ostalb) [N] Satyrium ilicis: Raupe, von Ameisen begleitet (Nordgriechenland, Pindos) [N] Satyrium ilicis: Raupe (Provence, Ende April 2011) [M] Satyrium ilicis: Puppe [S] Satyrium ilicis: Larvalhabitat auf der Ostalb im Winter (Januar 2014) [N] Satyrium ilicis: Stark belegtes Jungeichenstämmchen (Ostalb, Janura 2014, mehr als 10 Eier) [N] Satyrium ilicis: Mit Eiern (Pfeile) belegtes Jungeichenstämmchen (Ostalb, Januar 2014) Satyrium ilicis: Raupe im Habitat (Ostalb, Mai 2010) [N] Satyrium ilicis: Raupe im Habitat (Übersicht), Ostalb, Mai 2010 [N] Satyrium ilicis: Eiablagehabitat: wenige Dezimeter hohe Jungeiche (Bildmitte) auf einer sonnigen Lichtung (östliche Schwäbische Alb) [N] Satyrium ilicis: Weiteres Eiablagehabitat: Jungeiche am Waldrand (windgeschützter Binnensaum) [N] Satyrium ilicis: Habitat: junges Vorwaldstadium mit Eichen (Ostalb) [N] Satyrium ilicis: Habitat: Kahlschlagsfluren [N] Satyrium ilicis: Larvalhabitat (Ostalb) [N] Satyrium ilicis: Larvalhabitat: Eiche links vorne (Ostalb) [N]

Raupennahrungspflanzen:
Die Art entwickelt sich an Eichen (Quercus robur, Q. pubescens und Q. petraea), wobei fast nur nur junge Büsche genutzt werden. In Südeuropa werden auch andere Eichenarten wie Quercus coccifera genutzt.

Lebensraumansprüche:
Satyrium ilicis besiedelt lichte, warme Wälder, Niederwälder, Lichtungen, Kahlschläge, Waldränder, Windwurfflächen oder gehölzreiche Hänge. Im Mittelmeerraum werden auch Macchie, lichte Flaumeichenwälder, Kermeseichengestrüpp und ähnliche Standorte genutzt.

Entwicklungszyklus:
Das Ei überwintert, wobei die Raupe innerhalb der Schale bereits entwickelt ist. Die Raupe schlüpft Ende März oder im April und lebt an den austreibenden Knospen und später am frischen Laub. Ausgewachsene Raupen werden von Mitte Mai bis Anfang Juni beobachtet, die Falter dann zwischen Juni und Ende Juli, seltener noch Anfang August.
Die Raupe lebt meistens an kleinen Eichenbüschen von unter 1-2 m, meist um 0,5 m Höhe. Die Eiablage findet zumeist sehr bodennah in wenigen Zentimeter Höhe über der Erde am Stämmchen des Jungbäumchens statt, kaum jedoch wie etwa von Weidemann (1995) beschrieben, an dünnen, aus dem Busch herausragenden Trieben. Durch die Eisuche ist Satyrium ilicis im Allgemeinen sehr leicht und ganzjährig nachweisbar, da die Eier auch nach dem Schlupf der Raupen noch lange am Stämmchen haften.

Gefährdung: vom Aussterben bedroht

Gefährdungsursachen:
Nördlich der Alpen ist Satyrium ilicis stark bedroht aufgrund von Veränderungen in der Waldstruktur. Ursächlich sind Dunkelwaldwirtschaft, Aufgabe von traditionellen Waldnutzungsformen (Waldweide, Mittel- und Niederwaldwirtschaft) sowie die in den letzten Jahren katastrophale Ausmaße annehmende Eutrophierung und Uniformisierung der Landschaft. Zudem wirkt sich der angeblich naturnahe Waldbau unter Forderung auf Verzicht von Kahlschlägen und nur Entnahme von Einzelbäumen katastrophal auf die für eigentlich ursprüngliche Wälder typische Lichtwaldfauna und -flora (die besonnte Binnenwaldstandorte brauchen) aus. Ehemals (vor dem Menschen) sorgten Hochwasserdynamik, Biber und Großherbivoren (Wildrinder etc.) für günstige Strukturen. In früheren Jahrhunderten übernahm der Mensch durch oben genannte Nutzungsformen die Biotoppflege. Heute dominieren im sauberen deutschen Wald jedoch oft langweilige, uniforme, dunkle und eher artenarme Hochwälder!

In Südeuropa ist Satyrium ilicis noch weniger bedroht. Sehr häufig ist der Falter etwa in Nordgriechenland, wo er im Juli einer der zahlreichsten Falter der niedrigen und mittleren Lagen sein kann (Olymp, Falakron, Prespa-Seen).

Bemerkungen:
Satyrium ilicis kommt in Deutschland fast nur noch in Freilandmuseen traditioneller Waldbewirtschaftung wie Teilen des Steigerwaldes häufiger vor. In den 90er Jahren boten die Orkane mit ihren Windwurfflächen nochmals stellenweise bessere Bedingungen, doch heute wachsen diese bereits zu und etwaige neue Stürme kommen bald zu spät. Darüber können auch einzelne Neunachweise durch erhöhte Bearbeiteraktivität wie auf der östlichen Schwäbischen Alb (wo ich Satyrium ilicis seit 2007 an etwa einem Dutzend Standorte neu nachweisen konnte) nicht hinwegtäuschen.

Die Gesamtverbreitung erstreckt sich über Süd- und Mitteleuropa bis Westasien (z.B. Türkei). In Europa reicht sie nach Norden bis Südschweden. Im Süden fehlt der Falter allerdings auf manchen Mittelmeerinseln wie Korsika, Sardinien und Kreta, kommt aber auf Sizilien vor.



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