Colias palaeno (Linnaeus, 1761) (Hochmoor-Gelbling)


Colias palaeno: Männchen Colias palaeno: Männchen Colias palaeno: Männchen [N] Colias palaeno: Weibchen [S] Colias palaeno: Eiablage (Rätikon, Vorarlberg, oberhalb der Lindauer Hütte, 1900m NN, Juli 2013) [N] Colias palaeno: Ei [N] Colias palaeno: Jungraupe mit Fraßbild [N] Colias palaeno: Jungraupe (Silvrettasee, Vorarlberg, 1900m NN, August 2013) [N] Colias palaeno: Jungraupe [N] Colias palaeno: Jungraupe (Silvrettasee, August 2013) Colias palaeno: Raupe [N] Colias palaeno: Raupe im Habitat (Ammersee, Mai 2013) [N] Colias palaeno: Raupe (Südbayern, westlicher Ammersee, Mai 2013) [N] Colias palaeno: Raupe (Südbayern, westlicher Ammersee, Mai 2013) [N] Colias palaeno: Raupe (Südbayern, westlicher Ammersee, Mai 2013) [N] Colias palaeno: Präpuppe Colias palaeno: Puppe Colias palaeno: Puppe [S] Colias palaeno: Schon ziemlich mit Moorbirken verbuschtes Larvalhabitat in einem Moorrest westlich des Ammersees in Südbayern (Mai 2013) [N] Colias palaeno: Larvalhabitat in einer sauren Alpweide am Silvrettasee (Westösterreich, August 2013, 1900m NN) [N] Colias palaeno: Larvalhabitat in einer sauren Alpweide am Silvrettasee (Westösterreich, August 2013, 1900m NN) [N] Colias palaeno: Habitat [N] Colias palaeno: Habitat am bayerischen Alpenrand mit viel Vaccinium uliginosum, aber aufgrund von Eingriffen in den Wasserhaushalt bereits starker Birkensukzession. [N] Colias palaeno: Habitat in den Alpen an einem zwergstrauchreichen Nordhang im Rätikon (Bilkengrat, ca. 2000m NN, 2012) [N]

Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen leben an Vaccinium uliginosum.

Lebensraumansprüche:
Colias palaeno besiedelt einerseits in tiefen Lagen Hochmoore und Heidemoore und kommt in den Hochlagen der Gebirgen auch in silikatischen oder vermoorte Alpenmatten und Zwergstrauchheiden vor.

Entwicklungszyklus:
Die Falter fliegen im Juni/Juli und legen die Eier an Rauschbeere ab (Blattoberseite). Belegt werden besonnte und meist kleine, randständige Sträucher. Die Jungraupen fressen auf der Blattoberseite (Schabefraß), ruhen meist an der Blattbasis oberseits und überwintern auf einem Sitzpolster oft auf einem Blatt, mit dem sie dann zu Boden fallen, oder auch direkt in der Bodenstreu. Im April besteigen sie wieder die Pflanzen und können - etwa durch Klopfen - leicht nachgewiesen werden. Die Verpuppung erfolgt Ende Mai an Ästchen der Nahrungspflanze oder sonstigen Halmen etc.

Gefährdung: stark gefährdet

Gefährdungsursachen:
Als Hochmoorbewohner ist Colias palaeno vom Aussterben bedroht. Heute sind nur mehr winzige Reste der einst ausgedehnten Hochmoore in Mitteleuropa vorhanden, und diese weisen in den allermeisten Fällen einen gestörten Wasserhaushalt auf. Dazu kommt die Eutrophierung aus der Luft, der Klimawandel und die Umnutzung der Umgebung. Vor allem Aufforstungen der Moorrandbereiche mit Fichten, aber auch deren Umwandlung in Intensivwiesen entziehen den Faltern die Nahrungsgrundlage, da der Hochmoorkern - das Larvalhabitat - von Natur aus blütenarm ist. Colias palaeno zeigt bei Entwässerung und Störung zunächst eine Zunahme, da jetzt mehr Blüten und flächig kleinwüchsige Rauschbeeren vorhanden sind. Dann aber wachsen die Sträucher hoch (bis 1 m), versinken in Birkensukzession u.a. und der Falter stirbt schnell aus. Ähnliches lässt sich bei manchen Magerrasenbewohnern nach Aufgabe der Beweidung beobachten.

Bemerkungen:
In den Alpen - insbesondere den Zentralalpen, kaum aber in den bayerischen Alpen - ist Colias palaeno in den Rhododendro-Vaccinieten weiter verbreitet und häufiger.

Die Gesamtverbreitung reicht von Mittel- und Nordeuropa über das nördliche Asien bis Japan. Daneben kommt der Falter auch in der Nearktis vor.



Colias alfacariensis | Colias aurorina | Colias croceus | Colias hyale | Colias phicomone