Raupennahrungspflanzen:
Die Raupe lebt an Brassicaceae (vor allem Crambe strigosa und andere Crambe-Arten) und - wo vorhanden - auch an der eingeführten Kapuziner-Kresse (Tropaeolum).
Lebensraumansprüche:
Pieris cheiranthi besiedelt in erster Linie steile, teilweise beschattete Felsgebiete sowie Barrancos in den eher feuchteren Teilen der Inseln. Daneben werden lokal auch Gärten und andere sekundäre Standorte mit Kapuzinerkresse genutzt.
Entwicklungszyklus:
Pieris cheiranthi weist eine kontinuierliche Entwicklung mit zahlreichen Generationen im Jahresverlauf auf. Falter und Raupen traf ich etwa im Dezember 2010 auf La Palma an. Die Imagines saugten gerne an Bidens pilosa und Lavandula multifida.
Gefährdungsursachen:
Pieris cheiranthi ist gefährdet. Die Ursachen dürften teilweise im Massentourismus (etwa auf Teneriffa) zu suchen sein. Andererseits sind viele der noch verbliebenen Habitate steil und wenig zugänglich.
Bemerkungen:
Pieris cheiranthi ist unserer Pieris brassicae sehr ähnlich und trotz vorhandener genetischer Unterschiede und der Unfähigkeit eine Puppendiapause einzugehen, besser wie früher als Unterart von brassicae zu führen. Es ist halt im Zeitalter der DNA-Untersuchungen modern, Arten ohne Not zu atomisieren.
Pieris cheiranthi ist heute wohl nur noch auf La Palma und Teneriffa (Kanarische Inseln, Spanien) verbreitet. Auf La Gomera ist sie offenbar ausgestorben. Hier waren die Populationen aber wohl immer schon sehr klein. Von Gran Canaria gibt es einzelne Nachweise, die zu bestätigen wären. Im Nordteil La Palmas (etwa ab dem Barranco de las Angustias) ist Pieris cheiranthi lokal noch ziemlich verbreitet und von Meereshöhe bis etwa 1400m NN zu finden (Maximum zwischen 500 und 1000m NN).