Raupennahrungspflanzen:
Polyphag, die Raupen finden sich gerne an Galium sp. Im Wallis fand ich viele bereits ausgewachsene Raupen Ende April im Sonnenschein an Potentilla pusilla und fressend.
Lebensraumansprüche:
Den Lebensraum bilden mageres, offenes Gelände, gelegentlich feuchte Flachmoore, Pfeifengrassäume in Wäldern oder Heidemoore, öfter aber trockene Magerrasen, teils versaumend. Bei uns ist Rhyparia purpurata recht selten geworden. Der Falter findet sich aber beispielsweise im Südalpenraum sowie in der Provence noch häufig. So fand ich Raupen von April bis Ende Mai zahlreich in der gesamten Valle di Susa (Piemont, Italien) in teils felsigen Magerrasen von 400m NN bis über 1500m NN.
Entwicklungszyklus:
Die Raupe überwintert klein und ist Ende Mai/Anfang Juni erwachsen, in sehr warmem Mikroklima auch schon Ende April (Walliser Rhonetal). Im Herbst und Vorfrühling sind sie recht auffällig, weil oft erhöht an Stängeln ruhend. Ausgewachsen leben sie wieder mehr am Boden. Die Verpuppung findet zum Teil unter flachen Steinen statt (mehrere Funde im Wallis, teils zusammen mit Arctia villica), zum anderen Teil aber auch in Grasbüscheln etc. Die Falter fliegen im Juni/Juli.
Gefährdung: gefährdet
Gefährdungsursachen:
Lebensraumverlust engt die verbliebenen Populationen immer mehr ein, so dass langfristig auch bei dieser noch nicht unmittelbar vom Aussterben bedrohten Art ein ähnliches Schicksal wie bei P. matronula oder A. festiva zu erwarten ist. Bei dieser Art ist es wie bei vielen anderen wichtig, nicht zu intensiv zu beweiden (keine Koppelhaltung) und andererseits eine zu starke Verbuschung zu verhindern. Außerdem verträgt sie offenbar keine flächige Mahd. Besser ist ein Mosaik aus ungenutzten Flächen und extensiv beweideten oder gemähten Anteilen.
Bemerkungen:
Rhyparia purpurata ist in Europa recht weit verbreitet, fehlt aber im hohen Norden und auf den Britischen Inseln.