Raupennahrungspflanzen:
Die Eier werden einzeln oder gruppenweise an nicht-saure Rumex-Arten abgelegt, so insbesondere Rumex crispus, R. obtusifolia und R. hydrolapathum.
Lebensraumansprüche:
Lycaena dispar besiedelt artenreiche und extensive Feuchtwiesen, Uferzonen und Grabenränder. Vor allem in der zweiten Generation disperdieren die Falter stark und legen Eier auch in landwirtschaftlichen Intensivwiesen ab, in denen sie aber normalerweise nicht dauerhaft leben können.
Entwicklungszyklus:
Die Eiablage erfolgt meist in Gruppen von 1-4 (oder mehr) Stück auf der Blattoberseite (meist nahe der Mittelrippe) von Rumex-Pflanzen, die meist die übrige Vegetation meist deutlich überragen (etwa einige Wochen nach der Mahd). Die Raupen überwintern halbwüchsig und sind im Mai ausgewachsen. Die Falter fliegen von Mai bis Juli und an vielen Fundorten (nur nicht im Norden: Niederlande) wieder in einer zweiten Generation von Ende Juli bis Anfang September. Selten kann es in Hitzesommern uch zur Ausbildung einer sehr partiellen dritten Generation im September/Oktober kommen. Lycaena dispar kommt meist abundanzschwach vor, so dass die Männchen an abweichenden Vegetationsbereichen (wie höherwüchsigen Carex-Fazies etc.) zur Partnerfindung Reviere besetzen wie das auch bei Apatura an strategisch günstigen Einzelbäumen bekannt ist.
Gefährdung: stark gefährdet
Gefährdungsursachen:
Durch den rapiden Rückgang extensiver Feuchtwiesen ist Lycaena dispar in vielen Teilen des Verbreitungsgebiets stark bedroht. Die Klimaerwärmung fördert den Falter. Die starke Abundanzentwicklung in Hitzesommern und die vorübergehende Ausbreitung darf aber nicht über die schlechte Situation geeigneter Kernhabitate hinwegtäuschen!
Bemerkungen:
Die Gesamtverbreitung erstreckt sich von Frankreich (sehr lokal, vor allem im Elsaß, selten im Südwesten) über Mitteleuropa (selten in disjunkten Arealen in Norditalien, den Niederlanden und Deutschland, in England ursprünglich ausgestorben) bis ins Baltikum und über die nördliche Balkanhalbinsel bis zum Schwarzen Meer und in Teile der Nordwesttürkei.