Raupennahrungspflanzen:
In erster Linie fressen die Raupen an Hippocrepis comosa, aber auch Coronilla varia. Vor allem ssp. transalpina lebt auch an Lotus corniculatus, ja sogar L. uliginosus.
Lebensraumansprüche:
Zygaena transalpina besiedelt meist trockene, sonnige Standorte wie Kalkmagerrasen oder Alpenmatten auf Kalk. Die Falter kommen aber auch auf Waldlichtungen vor, selbst in feuchten Wäldern. Bei Memmingen/Allgäu lebt in ca 650 m NN eine Population auf Kahlschlägen in Fichtenforsten an L. uliginosus zusammen mit Callimorpha dominula, Plebejus argus, Aporia crataegi und Nycteola degenerana.
Entwicklungszyklus:
In Kalkmagerrasen der Mittelgebirge und Alpen herrscht meist eine späte Flugzeit von Juli bis Anfang September vor, auf feuchten Kahlschlägen um Memmingen fliegt Zygaena transalpina hingegen bereits ab Juni bis Mitte August. Die Raupen überwintern im letzteren Fall größer, entwickeln sich schneller und werden dazu noch durchschnittlich früher wieder aktiv, wodurch trotz des kühleren Mikroklimas eine frühere Flugzeit erreicht wird.
Gefährdung: stellenweise zurückgehend bzw. gefährdet
Gefährdungsursachen:
In den Alpen ist Zygaena transalpina ungefährdet, in den Mittelgebirgen hingegen potentiell durch Habitatvernichtung deutlich gefährdet. Kahlschlagspopulationen sind stark bedroht durch lückenlose Aufforstung, Plenterwirtschaft, Holzablagerungen an Offenstellen und jagdliche Einrichtungen. Bei Memmingen wurden viele Habitate durch die Orkane Anfang der 90er Jahre geschaffen, diese sind mittlererweile aber wieder großteils durch Aufforstung verloren gegangen.
Bemerkungen:
Zygaena transalpina ist nahe mit Z. angelicae verwandt. In Mitteleuropa ist sie in zwei Stämmen verbreitet, die sich in getrennten Glazialrefugien entwickelt hatten. So besiedelte die atlanto-mediterrane Z. transalpina hippocrepidis von Südwesten (iberische Halbinsel) kommend bei uns in erster Linie das Juragebiet und die adriato-mediterrane Z. transalpina transalpina von Italien kommend die Alpen und die Rheinebene. Die pontomediterrane Z. angelicae stammt aus einem südöstlichen Refugium und hat sich weiter differenziert, so dass sie als eigene Art zu werten ist. Genaueres beispielsweise bei Hofmann (in Ebert 1994).