Raupennahrungspflanzen:
Nördlich der Alpen lebt die Art an Coronilla coronata, in den Alpen an C. vaginalis und in Südwesteuropa an weiteren Coronilla-Arten, so etwa C. minima in der Provence.
Lebensraumansprüche:
Zygaena fausta besiedelt trockenwarme, sonnige Waldsäume, teils felsige Steppenheiden und Ränder von buschigen Magerrasen in Kalkgebieten. Im Alpenraum (ab dem Tiroler Lechtal und Vorarlberg südwestwärts) lebt sie auch an warmen Stellen im Bereich von Schneeheide-Kiefernwäldern und besonders an felsigen Stellen im Latschengürtel oder an warmen Felshängen bis 2000m NN.
Entwicklungszyklus:
Die Überwinterung erfolgt als Jungraupe. Die Larven sind im Mai oder Juni erwachsen, was relativ früh ist. Noch früher sind etwa Raupen von Z. osterodensis, Z. angelicae elegans und Z. minos ausgewachsen. Die Flugzeit liegt nördlich der Alpen im Juli-August. In den Südwestalpen und in der Provence konnte ich in niedrigen Lagen beobachten, dass die im Mai/Anfang Juni erwachsen eingetragene Raupe eine Diapause bis zu den ersten kühleren Tagen Ende August oder im September einlegte und sich dann ohne erneute Nahrungsaufnahme verpuppte. Der Schlupf fand knapp drei Wochen später statt. Dieses Schema zur Übersommerung scheint dort stellenweise allgemein zu gelten (frische Falter im September), während in höheren Lagen etwa am Mont Ventoux Falter Mitte Juli bis Mitte August auftreten.
Gefährdung: stark gefährdet
Gefährdungsursachen:
Nördlich der Alpen ist Zygaena fausta stark gefährdet durch Überwachsung ihrer Lebensräume und nachfolgende Ausschattung. Nötig ist eine regelmäßige, aber vorsichtige, nicht zu radikale Entbuschung unter Schonung der für die Raupennahrung erforderlichen Gehölzsaumstrukturen. Auch Schafbeweidung oder Mahd kann an den kleinflächigen Standorten Schäden verursachen. Im Südwesten, etwa in der Provence, gehört Zygaena fausta aber zu den verbreitetsten Widderchen.
Bemerkungen:
Zygaena fausta ist südwesteuropäisch von Spanien und Südportugal bis West-Österreich und Süddeutschland (nach Nordosten bis Thüringen) verbreitet.