Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen leben an Lonicera-Arten, bei uns meist an Lonicera xylosteum. Wo vorhanden, weden auch rankende Lonicera-Arten sowie Lonicera nigra (eigene Funde bei Memmingen) und wohl auch L. coerulea und L. alpigena belegt. Gelegentlich kann man an geeigneten Stellen auch Raupen an verwilderter Schneebeere finden, die ebenfalls zu den Caprifoliaceae zählt.
Lebensraumansprüche:
Limenitis camilla bewohnt Wälder aller Art, solange ein zumindest etwas lichter Charakter und die Nahrungspflanze vorhanden sind. Der Falter steigt bis ca. 1100 m NN. Am häufigsten ist er in Auwäldern. Die Raupen finden sich nicht nur an schattigen Stellen. Auf der Schwäbischen Alb fand ich sie vereinzelt auch in sonnigen Außenmänteln von warmen Wacholderheideaufforstungen, wo sie teilweise in den Standortsbereich von Limenitis reducta vordringen. Im Gegensatz zu dieser Art finden sich L. camilla-Raupen aber nicht an im Offenbereich stehenden einzelnen Büschen.
Entwicklungszyklus:
Limenitis camilla überwintert als L3 in einem Hibernaculum, durch das die Raupe im Winter bequem nachweisbar ist. Ausgewachsen ist die Raupe meist Ende Mai oder Anfang Juni. Die Falter fliegen von Mitte/Ende Juni bis Anfang August. Die Ablage der ziemlich kleinen Eier erfolgt auf der Blattoberseite. Auch diese Art bildet als Jungraupe charakteristische Kotrippen aus.
Gefährdung: stellenweise zurückgehend bzw. gefährdet
Gefährdungsursachen:
Die Abundanzen haben in den letzten Jahrzehnten signifikant abgenommen. Limenitis camilla verträgt dichte Aufforstung mit Fichten, Buchen und Ahorn kaum. Dank ihrer relativ großen ökologischen Valenz ist Limenitis camilla als solche jedoch noch nicht stärker bedroht und in Mitteleuropas Wäldern noch ziemlich verbreitet.
Bemerkungen:
Die Verbreitung erstreckt sich von Nordspanien über West-, Mittel- und Osteuropa (in Südeuropa nur lokal) und das gemäßigte Asien bis Japan.