Raupennahrungspflanzen:
Die Eier werden an Dipsacaceae abgelegt (Knautia, Scabiosa, Cephalaria, Dipsacus). In Europa spielt der Wei�e Schuppenkopf (Cephalaria leucantha) die wichtigste Rolle.
Lebensraumansprüche:
Euphydryas desfontainii besiedelt oft zusammen mit Melitaea deione und Euphydryas aurinia beckeri hei�e, lichte Strauchwildnisse, Felsh�nge, Schutth�nge oder waldnahe, strukturreiche Magerwiesen. In den spanischen Ostpyren�en fand ich viele Raupen und Raupennester in felsigen Stra�enb�schungen durch geb�schreiche Weidelandschaften von 900m bis etwa 1500m. Lokal gibt es aber auch deutlich tiefer gelegene Vorkommen, bis etwa auf Meeresh�he. Wichtig ist ein hei�es Mikroklima der Ablagepflanzen, die �ber Fels oder Offenboden stocken.
Entwicklungszyklus:
Die Eiablage erfolgt in Gelegen auf der Blattunterseite. Die Raupen leben zun�chst gesellig in einem Gespinst. Sie legen im drittletzten Stadium dann ein doppelwandiges, dichtes �bersommerungs- und �berwinterungsgespinst an, in dem sie gut nach au�en abgepuffert sind. Solche Nester fand ich innerhalb des Nahrungspflanzenstocks einige Zentimeter �ber dem Boden angelegt zahlreich Mitte September 2021 in den spanischen Ostpyren�en. Dieses Gespinst wird dann erst im Fr�hjahr zur Nahrungsaufnahme verlassen, wobei sich die Raupen in der ersten Zeit immer wieder ins Nest zur�ckziehen. Die �lteren Raupen leben dann mehr einzeln und sind im April oder Mai ausgewachsen. Solche Raupen fand ich Mitte Mai 2022 (sp�tes Jahr), daneben auch schon Vorpuppen an Felsen und Zwergstr�ucher angesponnen. Die Falter fliegen zumeist im Mai und Anfang Juni, seltener schon im April oder in h�heren Lagen noch bis Ende Juni/Anfang Juli. In der Sierra Nevada (Andalusien) traf ich alte M�nnchen und frische Weibchen noch im letzten Junidrittel 2008 (sp�tes Jahr). Die M�nnchen sitzen gerne an kleinen Str�uchern an. Die Weibchen besuchen gerne Bl�ten.
Gefährdungsursachen:
Euphydryas desfontainii ist lokal durch die Ausweitung der intensiven Landwirtschaft in bislang naturnahe Gebiete und den �berbordenden Tourismus (Infrastruktur) bedroht. Andererseits ist auch eine etwaige Aufgabe einer extensiven Beweidung und nachfolgende Verwaldung ein zunehmendes Problem.
Bemerkungen:
Die Verbreitung reicht von Marokko und Westalgerien �ber die Iberische Halbinsel (lokal, vor allem in Gebirgen bis 1800m NN) und erreicht gerade noch die tiefsten Lagen der franz�sischen Ostpyren�en.
Hinweis: Bis August 2022 gezeigte Photos aus der Sierra Nevada waren leider fehlbestimmt und diese wurden zu E. beckeri verschoben.