Raupennahrungspflanzen:
Viola-Arten, meist Viola biflora.
Lebensraumansprüche:
In Mitteleuropa ist Boloria thore nur im Alpenraum verbreitet, dort jedoch entgegen vieler Literaturangaben in der Waldstufe weit verbreitet und oft nicht selten. Falter wie Raupen finden sich in kühl-feuchten, halbschattigen Waldlückensystemen, Bachtälern etc.
Entwicklungszyklus:
Der Art wird eine zweijährige Entwicklung nachgesagt. Erwachsene Raupen fand ich im Allgäu an Viola biflora zu der Zeit, wenn die Parnassius mnemosyne-Raupen noch nicht ganz erwachsen sind. Die Überwinterung erfolgt demnach im vorletzten Stadium. Ob die Tiere vordem in einem jüngeren Stadium bereits einmal überwintern, bleibt zu untersuchen. Präpupae wurden bodennah an vorjährigen, zu Boden gedrückten Stängeln und Ästen beobachtet. Falter sind im Juni und noch bis Mitte Juli zu finden.
Gefährdung: In Mitteleuropa nur lokal und/oder reliktär vorkommend bzw. auf Sonderstandorte limitiert
Gefährdungsursachen:
In tiefen Lagen ist der Falter durch Intensivierung, Bachverbauungen und Aufforstungen gefährdet. In der Adelegg, einem präalpinen Gebirgsstock im Grenzgebiet von Bayern zu Baden-Württemberg, sind die meisten Vorkommen durch dichte Aufforstung und Verwachsung erloschen.
Bemerkungen:
Die Falter saugen sehr oft an Geranium sylvaticum. Zudem traf ich saugende Falter an Geranium robertianum, Himbeerblüten, Alpen-Greiskraut, Cirsium palustre und Knautia an.
Boloria thore ist disjunkt über Europa (nur Alpen und Mittel- und Nordskandinavien) und Asien bis Japan verbreitet.