Details zur ausgewählten Art
Coenonympha hero (Wald-Wiesenvögelchen)

Coenonympha hero: Kopula (Ostalb) Coenonympha hero: Männchen (Ostalb, Juni 2010) Coenonympha hero: Männchen (Ostalb, Juni 2010) Coenonympha hero: Falter (Ostalb) Coenonympha hero: Weibchen (Ostalb) Coenonympha hero: Weibchen Coenonympha hero: Falter Coenonympha hero: Weibchen (älter) Coenonympha hero: abgeflogenes Männchen (Ostalb) Coenonympha hero: Ei Coenonympha hero: Ei Coenonympha hero: L1 Coenonympha hero: Jungraupe Coenonympha hero: Raupe im Frühjahr (im vorletzten Stadium überwintert) Coenonympha hero: Raupe im Frühjahr (im vorletzten Stadium überwintert, Ostalb) Coenonympha hero: Raupe im Frühjahr (im vorletzten Stadium überwintert, Ostalb) Coenonympha hero: Raupe (April 2010, Ostalb) Coenonympha hero: Raupe dorsal Coenonympha hero: Raupe Coenonympha hero: Raupe lateral Coenonympha hero: Raupe mit viel Rosa (Ostalb) Coenonympha hero: Raupe mit viel Rosa (Ostalb). Ein Teil der Raupen weist einen solchen Seitenstreifen auf. Coenonympha hero: Raupe (Ostalb) Coenonympha hero: Raupe (Ostalb) Coenonympha hero: Puppe Coenonympha hero: Puppe Coenonympha hero: Puppe Coenonympha hero: Puppe Coenonympha hero: Puppe Coenonympha hero: Habitat im Voralpenland Coenonympha hero: Habitat: Waldschlag in feuchtem Wald auf der östlichen Schwäbischen Alb Coenonympha hero: Habitat: Kahlschlag auf der Schwäbischen Alb Coenonympha hero: Habitat in einem feuchten Wald der Ostalb Coenonympha hero: Habitat in einem feuchten Wald der Ostalb Coenonympha hero: Habitat in einem feuchten Wald der Ostalb Coenonympha hero: Habitat auf der Ostalb: neuerdings werden sogar solche kleine Schneisen mit Fichten aufgeforstet! (siehe frisch gesetzte Jungbäume)

Raupennahrungspflanzen:
Gräser meist eher geringer Produktion (wie bei vielen Satyrinae sowohl Cyperaceae als auch Poaceae). Wichtiger sind vor allem Carex brizoides (mehrfach Raupenfunde auf der Ostalb), aber auch Deschampsia caespitosa (Ostalb), Festuca sp. (Raupenfunde an Festuca ovina agg.) und wohl auch Calamagrostis sp. (nur in noch lockeren Beständen, einzelne Raupenfunde) sowie einige weitere Arten sein.

Lebensraumansprüche:
Coenonympha hero besiedelt Auwaldlichtungen, Säume und Lichtungen in feuchten Wäldern und Niederwäldern sowie gebüschreiche Moorwiesen. Teils kommt der Falter in eher mageren, andererseits aber auch in höherwüchsigen, versaumten Beständen vor, solange die Verfilzung noch nicht zu stark ist. Am günstigsten dürfte ein Mix beider Formen sowie von Feuchtegradienten sein.

In einem solchen Mix an einer Böschung auf einer Lichtung in einem Mittelwald fand ich am 24. März 2005 am Tage zahlreiche Raupen an Festuca ovina agg. Alle Raupen waren im mäßig mageren Bereich zu finden. Wegen der frühen Aktivität ist die Raupe auf teilweise grün überwinternde Gräser wie Festuca, Deschampsia, einige Carex oder auf Arten, die sehr früh austreiben, angewiesen.

Auf der östlichen Schwäbischen Alb spielen Carex brizoides und Deschampsia caespitosa eine wichtige - aber nicht die einzige - Rolle (Jungraupenfunde im Herbst auf Carex brizoides, Raupenfunde im Frühjahr, zahlreiche Falter in fast reinen Beständen dieser Arten). Stark verfilzte Bestände von etwa Calamagrostis epigejos werden hier von der Art gemieden.

Entwicklungszyklus:
Die Falter fliegen in einer Generation von Mitte Mai bis Anfang Juli. Nach Coenonympha pamphilus ist Coenonympha hero bei uns die zweitfrüheste Art der Gattung. An geeigneten Stellen können recht hohe Abundanzen erreicht werden. Auf der östlichen Schwäbischen Alb konnte ich auf bereits etwas älteren Kahlschlägen teils über 50 Falter zählen. Die Falter besuchen nur selten Blüten. Die blaugrünen Eier werden einzeln an bodennahe Vegetationsteile gekittet (meist Gräser).

Die Raupe überwintert halbwüchsig (meist im vorletzten Stadium) und beginnt sofort nach der Schneeschmelze zu fressen. Die letzte Häutung erfolgt im April. Die Verpuppung findet Ende April oder im Mai in der Grasschicht statt. Erste Männchen fand ich bereits Mitte Mai im Lechgebiet südlich Landsberg auf einer mit sehr mageren Brennen durchsetzten Fläche.

Gefährdung: vom Aussterben bedroht

Gefährdungsursachen:
Coenonympha hero ist vom Aussterben bedroht wegen der Entsaumung der besiedelten Wälder, der Vernichtung der Auen (Brennen!), allgemeiner Eutrophierung und dem Rückgang traditioneller Waldbewirtschaftungsformen. Auf Feuchtwiesen ist der Falter von Verschilfung und Verbuschung, aber auch zu intensiver Mahd bedroht. Er benötigt offenbar ziemlich magere Stellen innerhalb der Biotope zur Larvalentwicklung wie etwa Böschungen, magere Brennen. Auch bei Flachmoorstandorten dürften randliche, nur schwach verfilzte Stellen ausschlaggebend sein.

In besiedelten Wäldern ist es äußerst wichtig, dass immer ausreichend junge Kahlschläge zur Verfügung stehen (am besten mittlere Größen). Eine reine Plenterwirtschaft ohne sonnige Lichtungen würde Coenonympha hero und viele weitere verdrängen und ist somit aus naturschützerischer Sicht die schlechteste aller Nutzungsformen im Wald!

Bemerkungen:
Die Verbreitung reicht von Ostfrankreich sehr lokal über Mitteleuropa und Südskandinavien bis weit ins gemäßigte Asien und hier bis Japan.


Coenonympha arcania | Coenonympha darwiniana | Coenonympha gardetta | Coenonympha glycerion | Coenonympha pamphilus | Coenonympha rhodopensis | Coenonympha tullia