Raupennahrungspflanzen:
Die Art benötigt großblütige Geranium-Arten wie besonders G. palustre und (in den Alpen) G. sylvaticum. Auch G. sanguineum und G. pratense werden genutzt.
Lebensraumansprüche:
Polyommatus eumedon besiedelt Hochstaudenfluren mit den Nahrungspflanzen und auch trockenwarme Säume mit Blutstorchschnabel. Im Tiefland findet sich der Falter aber zumeist in quelligen bis staunassen Mädesüß-Sumpfstorchschnabelfluren. Im Alpenraum ist Polyommatus eumedon bis über 2000m an feuchteren Hängen und Bachufern zwar lokal, aber weit verbreitet, seltener hingegen in Waldlückensystemen mit Waldstorchschnabel.
Entwicklungszyklus:
Die Falter fliegen in einer Generation von Ende Mai bis Ende Juli, in den Alpen noch im August. In tiefer gelegenen Feuchthabitaten tritt Polyommatus eumedon meist ab 10. Juni bis 15. Juli auf. Die Eiablage erfolgt in Blüten (Blütenboden, Griffel). Die braune Jungraupe überwintert, die erwachsene Raupe ist im Mai zu finden. Sie nagt Blattstiele durch und lebt, von reichlich Ameisen begleitet, in einer Art Zelt aus dem welkenden Blatt.
Gefährdung: stark gefährdet
Gefährdungsursachen:
In den Alpen ist Polyommatus eumedon kaum gefährdet. Im Tiefland ist der falter jedoch vom Aussterben bedroht und nur mehr stellenweise häufiger. Bei Memmingen sind in den letzten Jahren die meisten Populationen bereits erloschen. Ursachen: wirtschaftlich sinnlose Mahd eines Bachrandes bis ins Bachbett hinein durch einen trotz Aufklärung uneinsichtigen Landwirt, Aufforstung und Verwaldung eines anderen Standortes, wo noch um 1990 100erte Falter flogen, Anlage eines Anmphibientümpels in einer Rest-Feuchtwiese.
Bemerkungen:
Polyommatus eumedon saugt auch als Falter meist an Geranium, aber auch an Lathyrus, Crepis etc. Der Falter kommt meist in höheren Dichten vor. Er verträgt angeblich keine Mahd. Offenbar ist aber eine (Teil)Mahd im Herbst (Oktober) zumindest an wüchsigen Standorten nicht schädlich, solange sie nicht zu tief erfolgt.
Polyommatus eumedon kommt von den höheren gebirgen Spaniens über Mittel- und die Gebirge Südeuropas sowie Skandinavien bis zur Mongolei hin vor. In Europa fehlt sie im nordwesten und ist im Süden äußerst lokal.