Raupennahrungspflanzen:
Die Raupe lebt zwar polyphag in der Krautschicht, bevorzugt aber Fabaceae. Ich fand sie im Zentralwallis an Esparsette (Onobrychis viciaefolia).
Lebensraumansprüche:
Selidosema brunnearia besiedelt trockenwarme Steppenhänge und entsprechende Magerrasen. Im Wallis fand ich Raupen in einer Stipa-Felsheide bei Leuk und Falter in einer an Bromus erectus und Gehölzen reichen Heidelandschaft mit Cucullia xeranthemi im Unterwallis.
Entwicklungszyklus:
Die Raupe überwintert und ist zwischen Mitte April und Mai ausgewachsen. Die Falter fliegen erst von Ende Juli bis September mit Höhepunkt Ende August.
Gefährdung: vom Aussterben bedroht
Gefährdungsursachen:
Da entsprechende Habitate in unserer vom Menschen überbesiedelten und überintensiv genutzten Lanschaft mit wenigen Ausnahmen bereits verschwunden sind (Intensivierung, Überbauung, Aufforstung), ist Selidosema brunnearia in Mitteleuropa vom Aussterben bedroht. In Trockentälern der Alpen und im Süden ist Selidosema brunnearia noch etwas verbreiteter, wird aber auch hier (beispielsweise im Wallis) durch den Obst- und Weinbau extrem bedrängt.
Bemerkungen:
Selidosema brunnearia kommt von Nordafrika sehr lokal über Europa hin bis zum Balkan vor. Der Falter findet sich auch in Skandinavien.